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Aktuelles

#GemeinsamStark: Selbsthilfe in Niedersachsen wächst – und braucht starke Strukturen

Hannover, 16. September 2026: Anlässlich des zweiten bundesweiten Tags der Selbsthilfe machen zahlreiche Einrichtungen und Selbsthilfe-Aktive in Niedersachsen heute unter dem Motto #GemeinsamStark auf die Bedeutung und Vielfalt gemeinschaftlicher Selbsthilfe aufmerksam.

Landesweit ausgebaute (Unterstützungs-)Strukturen

In Niedersachsen gibt es derzeit schätzungsweise 8.000 bis 9.000 Selbsthilfegruppen zu mehr als 800 unterschiedlichen Themen. Jeden Tag wird durchschnittlich mindestens eine neue Selbsthilfegruppe in Niedersachsen gegründet. Inzwischen verfügt jeder niedersächsische Landkreis und jede kreisfreie Stadt über eine Selbsthilfe-Kontaktstelle. Kontaktstellen unterstützen Menschen, die sich einer bestehenden Gruppe anschließen möchten, ebenso wie diejenigen, die eine eigene Gruppe gründen wollen. Darüber hinaus engagieren sich landesweit – überwiegend ehrenamtlich – Menschen in mehr als 100 Selbsthilfe-Landesorganisationen.

Selbsthilfe reagiert auf gesellschaftliche Veränderungen

Gemeinschaftliche Selbsthilfe lebt davon, dass Betroffene ihre Anliegen selbst in die Hand nehmen. Gerade diese Selbstbestimmung macht Selbsthilfe zu einem anpassungsfähigen und zukunftsfähigen Konzept. Selbsthilfegruppen und -organisationen greifen Themen auf, die Menschen aktuell bewegen. Diese Gemeinschaften entwickeln sich immer weiter und bieten oft auch Hilfe für Menschen an, die keine Mitglieder ihrer Gruppe oder Organisation sind.

Gleichzeitig steht die Selbsthilfe in Niedersachsen vor wachsenden Herausforderungen. Landesweite Umfragen und Beobachtungen aus der Selbsthilfelandschaft zeigen seit Jahren einen steigenden Bedarf an Austausch und Unterstützung Betroffener. Besonders bei psychischen Erkrankun¬gen und Problemen ist in einer Zeit multipler (weltweiter) Krisen ein deutlicher Anstieg zu verzeich¬nen.

Zunehmende Unterstützungsarbeit und Fachkräftemangel

Mit dem wachsenden Bedarf steigt auch der Unterstützungsaufwand. Die Begleitung von Gruppenneugründungen nimmt immer mehr Zeit in Anspruch. Gleichzeitig suchen mehr Be¬troffene und Interessierte die Selbsthilfe-Kontaktstellen auf als noch vor einigen Jahren. Deren Fachkräfte beraten nicht nur zu Möglichkeiten der Selbsthilfe, sondern übernehmen vor Ort auch eine wichtige Wegweiserfunktion im regionalen Gesundheits- und Sozialbereich.

Damit wächst der Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter*innen der Selbsthilfe-Kontakt¬stellen. Zeitgleich sind im Laufe der letzten Jahre die durchschnittlichen Wochenarbeitsstunden in den Einrichtungen kaum angestiegen. Zusätzlich macht sich bereits seit Jahren ein Fachkräftemangel im Bereich der Selbsthilfe-Unterstützung bemerkbar.

Gute Unterstützung braucht qualifizierte Fachkräfte

Für eine starke und selbstbestimmte Selbsthilfe sind qualifizierte, erfahrene und engagierte Fachkräfte unverzichtbar. Sie begleiten Gruppen bei Neugründungen, beraten Betroffene und unter¬stützen Selbsthilfegruppen und -organisationen – immer mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, ohne die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung der Betroffenen einzuschränken.

Damit diese Unterstützung auch langfristig verlässlich gewährleistet werden kann, muss das Arbeitsfeld der Selbsthilfe-Unterstützung fachlich und finanziell attraktiv bleiben. Nur so lassen sich qualifizierte Fachkräfte gewinnen und dauerhaft binden.

Selbsthilfe: eine gesellschaftliche Ressource

Der bundesweite Tag der Selbsthilfe macht deutlich: Selbsthilfe ist eine starke gesellschaftliche Ressource. Sie schafft Begegnung, stärkt Menschen in schwierigen Lebenssituationen und entwickelt eigenständig Antworten auf aktuelle Herausforderungen. Die wachsende Zahl neuer Gruppen in Niedersachsen zeigt, wie groß der Bedarf ist – und wie wichtig es ist, die Strukturen zu sichern, die gemeinschaftliche Selbsthilfe vor Ort ermöglichen.

Selbsthilfe in Niedersachsen feiert!

Für die niedersächsische Selbsthilfe ist dieses Jahr ein ganz besonderes: Das Land blickt auf 40 Jahre Landesarbeitsgemeinschaft der niedersächsischen Selbsthilfe-Kontaktstellen, 35 Jahre Selbsthilfe-Büro Niedersachsen und 35 Jahre Landesförderung für die Selbsthilfe-Unterstützung zurück und zelebriert diese Jubiläen unter dem Motto „Selbsthilfe – Gemeinschaft finden. Unterstützung leisten. Demokratie leben.“ Neben einzelnen Veranstaltungen und Aktionen findet am 13. November 2026 in Hannover ein Selbsthilfe-Kongress statt.

Über das Selbsthilfe-Büro Niedersachsen

Das Selbsthilfe-Büro Niedersachsen ist die Landesfachstelle für Selbsthilfe und Selbsthilfe-Unterstützung in Niedersachsen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 arbeitet sie für und mit Selbsthilfe-Kontaktstellen, Selbsthilfe-Organisationen, Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens sowie Selbsthilfegruppen und Selbsthilfe-Interessierten. Die Landesfachstelle arbeitet in Trägerschaft des bundesweiten Fachverbandes Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e. V.

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Kontakt:

Selbsthilfe-Büro Niedersachsen 
der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e. V.

Karlsruher Str. 2 b
30519 Hannover
Telefon: (05 11) 39 19 28
E-Mail: redaktion@selbsthilfe-buero.de

www.selbsthilfe-buero.de 



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